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Kommunale Wärmeplanung

Kommunaler Wärmeplan – Gemeinde Grafenwiesen

Auftraggeber
Gemeinde Grafenwiesen, Landkreis Cham
Verfahren
Vereinfachtes Verfahren nach § 22 WPG i. V. m. § 9 AVEn (Bayern)
Bearbeitungszeitraum
Januar bis Mai 2026
Zieljahr
2040

Ausgangssituation

Grafenwiesen ist eine ländliche Gemeinde in der Oberpfalz mit rund 1.540 Einwohnerinnen und Einwohnern. Damit fällt sie unter die Schwelle von 10.000 Einwohnern und konnte die gesetzlich geforderte Wärmeplanung im vereinfachten Verfahren durchführen. Ein Gasnetz existiert im Gemeindegebiet nicht, eine Wasserstoffinfrastruktur ist weder vorhanden noch absehbar.

Aufgabe

PLANEGY wurde als Auftragnehmer mit der Erstellung des kommunalen Wärmeplans beauftragt – von der Bestands- und Potenzialanalyse über die Eignungsprüfung und das Zielszenario 2040 bis zu einem priorisierten Maßnahmenkatalog mit Monitoringkonzept.

Analyse

Die Bestandsanalyse ergab eine stark fossil geprägte, dezentrale Wärmeversorgung. Der jährliche Endenergiebedarf für Raumwärme und Warmwasser liegt in einer Bandbreite von 8.000 bis 16.000 MWh/a bei einem Mittelwert von rund 12.000 MWh/a. Etwa 40 bis 50 Prozent der Wärmeversorgung basieren auf Heizöl, weitere 25 bis 35 Prozent auf Biomasse, überwiegend Scheitholz. Die Treibhausgasemissionen des Wärmesektors betragen rund 3.000 bis 3.500 Tonnen CO₂-Äquivalente pro Jahr. Rund 55 Prozent des Gebäudebestands stammen aus der Zeit vor der ersten Wärmeschutzverordnung von 1978.

Die Eignungsprüfung nach § 14 WPG hat eine leitungsgebundene Wärmeversorgung in allen geprüften Varianten ausgeschlossen: Wärmedichte, aufgelockerte Siedlungsstruktur und das Fehlen industrieller Ankerkunden machen ein Wärmenetz wirtschaftlich nicht darstellbar.

Lösung

Das Zielszenario 2040 setzt zuerst auf die Senkung des Bedarfs: 25 bis 30 Prozent Reduktion durch energetische Sanierung. Den verbleibenden Bedarf decken zu 58 bis 64 Prozent elektrische Wärmepumpen als Leittechnologie. Bio-LPG nach RED II/III übernimmt mit 15 bis 19 Prozent eine begrenzte, ausdrücklich kritisch zu begleitende Ergänzungsrolle für unsanierte Bestandsgebäude mit hohen Vorlauftemperaturen, für Streulagen und für soziale Härtefälle. Biomasse und Solarthermie ergänzen den Technologiemix in begrenztem Umfang.

Zwei Fokusgebiete mit erhöhter Wärmedichte wurden ausgewiesen: der Ortsteil Thürnhofen mit Schwerpunkt auf dezentraler Beratung und Vorbildmaßnahmen sowie der Ortskern Grafenwiesen mit kommunalen Vorbildprojekten und einem gemeinschaftlichen Erdsondenfeld ohne Netzinfrastruktur.

Ergebnis

Der Wärmeplan wurde fristgerecht als Abschlussbericht vorgelegt. Er enthält einen Katalog von sechs priorisierten Maßnahmen über einen Zeitraum von acht Jahren, mit Schwerpunkt auf Energieberatung und iSFP-Kampagne, Informationsangeboten zur Wärmewende, kommunalen Vorbildprojekten, der Vernetzung des lokalen Handwerks sowie einem fortlaufenden Monitoring und der Fortschreibung des Plans.

Mit dem beschriebenen Zielmix lassen sich die Treibhausgasemissionen des Wärmesektors bis 2040 um 80 bis 90 Prozent gegenüber dem Status quo senken, auf unter 500 Tonnen CO₂-Äquivalente pro Jahr.

Der kommunale Wärmeplan ist ein strategisches Orientierungsdokument. Er begründet keine Anschluss-, Investitions- oder Umrüstungspflichten für Bürgerinnen und Bürger und wird alle fünf Jahre fortgeschrieben.

Wärmeplan der Gemeinde Grafenwiesen (PDF)

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